
“Rechte Satire” ist wie “rechter Akademiker/Intellektueller”, ein Widerspruch in sich. Beides braucht höchste Beobachtungsgabe, Abstraktion zur Mustererkennung und eine kluge Interpretation derselben unter Berücksichtigung dessen, was bereits von anderen dokumentiert wurde. Es ist also beides an mehr oder weniger messbare Fakten gebunden. Rechtes Sprücheklopfen ist daher keine “Satire” selbst wenn man es so nennt, wie auch “rechte Akademiker/Intellektueller”, unabhängig von dem Schildchen das man dranhängt.
Mein Post war glaube ich missverständlich. Zunächst habe ich bei dem Begriff “Rechte” Konservative nicht mitgedacht, ich beziehe mich natürlich auf Rechtsextreme, völlig richtige Korrekturen, danke. Ich möchte auch absolut nicht sagen, die sogenannten rechten Vordenker wären nicht oft sehr intelligent und gut gebildet. Ich sag auch nicht, dass es grundsätzlich an der scharfen Beobachtungsgabe fehlt. Ich geb euch auch recht, dass es sogar gefährlich ist, die Leute derart zu unterschätzen. Mir geht es einzig um den Output. Es gehört m.M.n. immer dazu die richtigen, also kluge wie einsichtige, Konsequenzen aus der Kombination von Wissen und Beobachtung zu ziehen um gute Satire oder, um den Vergleich weiter zu strapazieren, intellektuelle Leistung zu liefern. Wer dabei dolle an der Realität vorbei zieht, ob unbewusst oder, schlimmer noch, mit voller Absicht, kann ebenso wenig gute akademische Leistungen (im Sinne von Spitzenforschung, nicht im Sinne von “ich habn Buch geschrieben”) wie kluge Satire liefern sondern wird immer den selben Mist neu zerkaut und frisch verpackt wieder hochwürgen. Es gibt halt keine Tiefe die man sich und anderen erschließen kann wenn jeder Gedanke früher oder später an der Realität scheitert. Oder um es mit Colbert zu sagen: “Reality has a well known liberal bias”. Wie schon gesagt: nur meiner Meinung nach und zugegeben kein sehr eleganter Vergleich.