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Cake day: June 23rd, 2024
  • Warum will Trump immer mehr Macht, obwohl er Geld hat, eine Familie, ein Haus, keinen Hunger leidet, etc? Warum will Putin die Ukraine erobern, obwohl er bereits das größte Land der Erde besitzt? Warum schmeißt sich sein Volk für ihn bereitwillig an die Front und lässt sich verheizen? Warum will China unbedingt Taiwan erobern, obwohl das wirtschaftlicher Selbstmord ist und der Entwicklung des eigenen Volk abträglich? Warum wählen Menschen in Deutschland, denen es global gesehen extrem gut geht, die AfD? Weil der Mensch an sich halt, sobald er etwas hat, einfach oft immer noch ein bisschen mehr will.

  • Verstehe nicht warum wir jetzt wieder zurück sollten.

    Über das ‘sollen’ ließe sich ja noch streiten. Ich sehe halt nicht, warum wir zurück ‘würden’.

    Wie du schon sagst: so lange auch nur eine Gruppe sich mehr davon verspricht, sich einfach gegen den Rest zu verbünden und die eigenen Vorstellungen durchzudrücken, wird es nicht klappen.

    Das ist doch letztlich in allen Gesellschaftsformen so, das einzelne Grenzen testen und zu ihrem Vorteil verschieben möchten.

  • Ich sehe da schon einen Unterschied zwischen Kritik und Pauschalurteil und damit einhergehender Ablehnung. Das eine lässt Raum zu, erkennt aber grundsätzlich an, das andere lehnt komplett ab. Vgl. Paartherapie vs Scheidung.

    Und ich denke, du letztendlich auch. Denn in deinem Beispiel sprichst du von “korrupte Politiker”, die kritisiert werden dürfen sollen (ist das deutsch?). Die Rote Hilfe kritisiert aber nicht nur korrupte Politiker, sondern pauschal die Gesamtheit der Politiker. Die Justiz ist pauschal Klassenjustiz, linker Protest ist pauschal immer gerechtfertigt. Das meine ich mit pauschal und das ist mir zu simpel.

    Die konkrete Umsetzung des Rechtsstaates bzw. unseres Systems in Gänze ist Ergebnis demokratischer Prozesse und stetiger Legitimierung. In der Umsetzung absolut(!) nicht perfekt und in jedem Fall stets verbesserungswürdig. Aber legitimiert von uns als Gesellschaft und damit für uns alle gültig. Änderungen geschehen über den Weg der parlamentarischen Demokratie - nicht mit Gewalt, nicht am System vorbei. Erkenne ich nun eigenmächtig Teile dieses Konstrukts nicht mehr an und begebe mich in Fundamentalopposition - und sei es für hehre Ziele, was ich ja gerne glauben will - dann verlasse ich den gemeinsamen Boden dieser Gesellschaft, und genau das ist scheiße an Extremismus. Es bedarf wohl nicht viel Phantasie, sich auszumalen, wie so die Zustände wären, wenn einfach fortan jeder nur noch die Regeln befolgt, die er für gerechtfertigt hält. Wenn du Änderungen willst, geh den Weg durch die Institutionen unserer Demokratie. Klar ist das mühsamer und lange nicht so prickelnd wie vermeintliche Abkürzungen des “Übers-Recht-Hinwegsetzen”, aber nur so ist das am Ende auch gesellschaftlich legitimiert. Schau dir Eralp an: sie hat sich nicht mit Straßenkampf ins Rathaus geputscht, sondern Mehrheiten im System gewonnen.